Grün, grün, grün ist meine Lieblingsfarbe

Von Baixa,Maputo fahren viele verschiedene Busse nach Boane. zum Beispiel weiße, rote und blaue. Aber Grün ist die Farbe, nach der alle ausschau halten.Kein Wunder, weil alle anderen Busse brauchen einfach ewig! Es kommt dauernd vor, dass man bei einer Busstation 1/2 Stunde wartet und in dieser Zeit z.b. ein blauer Bus einfach nur da steht und der Schaffner versucht, die Leute dazu zu bewegen, einzusteigen. In der Zwischenzeit steigen die meisten wieder aus, um irgendwie anders, schneller zu ihrem Ziel zu kommen. Deswegen sind diese Busse auch immer leer.

Wenn dann aber ein grüner Bus kommt, stürmen alle darauf zu. Alle wollen einsteigen. Und jeder der rein will, passt auch rein! Das find ich immer wieder erstaunlich. Einmal waren zum Beispiel schon soo viele Leute im Bus, dass die Tür hinten nicht mehr aufgegangen ist. Trotzdem wurde so lange geschoben und gequetscht, dass bei der Haltestelle sicher noch 10 Personen reingepasst haben.

Mit Irmã Odete haben wir zwei trotz all der Leute immer irgendwie einen Sitzplatz im Bus bekommen. Sie ist dabei echt ein Profi, hört sich beim Ticketkaufen immer an, wohin jemand will und stellt sich dann so hin, dass wir den Sitzplatz bekommen. Beim Zurückfahren von Boane, bei der Endstation, stürmt sie gleich los und schafft es immer 2 Plätze zu ergattern, während ich noch irgendwie versuche, überhaupt in den Bus hineinzukommen. Wirklich beeindruckend😊

Mit den Chapas fahren kann richtig anstrengend sein. Man steht da, zwischen all den Menschen gequetscht, den Kopf eingezogen, kein Platz für die Füße und versucht sich mit einer Hand irgendwie an einer Kante festzuklammern. Davon hab ich schon einen richtigen Muskelkater bekommen.

14.11.2023

Heute fahre ich zum ersten Mal alleine von Maputo nach Massaca und wieder zurück! Mit Irmã Odete bin ich jetzt insgesamt 4 Mal mit den Öffis gefahren und jetzt fühl ich mich bereit dazu.

Meine Gasteltern haben gestern am Abend noch auf mich eingeredet und haben mir allerlei Ratschläge gegeben. Außerdem hat Irmã Odete mir noch einen Turnbeutel für meine Sachen gekauft, weil wenn man die vor dem Bauch trägt, dann sind sie am sichersten.

Meine Gastmama hat mir gesagt, dass es besser ist, wenn ich früh losfahre, am besten noch vor 6. Vor 6 ist bei mir aber ziemlich unrealistisch, also hab ich mir vorgenommen, dass ich um 6 losgehen werde. In der Früh hat mein Wecker aber nicht geläutet! Zum Glück mussten meine Gasteltern auch früh weg und haben mich aufgeweckt! Irgendwie hab ich es doch noch geschafft, um kurz nach 6 bei der Busstation zu sein. Allerdings ist dann ziemlich lange kein grüner Bus gekommen und es hat geregnet:/ als der Bus dann endlich kam, sind natürlich alle darauf zugestürmt. Irgendwie habe ich es in Matola trotzdem geschafft, einen Sitzplatz zu bekommen, auch wenn es eher Glück als Können war. Vor dem Weg von Boane nach Massaca habe ich am meisten Respekt, weil die Chapas nie von allein stehenbleiben. Man muss ganz laut „paragem“ rufen, wird in dem Gedränge aber oft überhört. Hat heute zumindest aber gut geklappt:)

Als ich am Nachmittag zurück nach Hause gefahren bin, hat mich eine der Tias zum Chapa begleitet. Zur Überraschung aller, ist ein ganz leeres, ziemlich modernes Chapa gekommen! „Não é Chapa“ haben alle immer ganz ungläubig gesagt. In Boane hat es uns sogar zur Busendstation weiter oben gebracht, die normalerweise eigentlich nicht auf dem Weg von einem Chapa von Massaca nach Boane liegt. Es hat wieder geregnet und ich hab mich zu einem Mann unter einen riesigen Regenschirm gestellt. Auf den grünen Bus sind wieder alle zugerannt. Ich war eine der langsamsten und hatte wenig Chancen auf einen Sitzplatz. Aber siehe da, ein zweiter grüner Bus ist gekommen. Weil alle anderen schon in den ersten Bus eingestiegen sind, war es sehr leicht für mich, einen Sitzplatz zu bekommen ☺️ in Maputo hätte ich fast die Station verpasst, weil die großen Straßen alle ziemlich ähnlich ausschauen und weil mein „paragem“ überhört wurde. Der Busfahrer hat dann aber gemerkt, dass ich rauswill und ist noch schnell irgendwo am Straßenrand stehengeblieben.

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lenchen

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